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Teilnehmerbericht: Achim Scholz vom Scott Team Wein

von , 27. Juni 2011

‎"Ich muss gestehen, ich habe noch nie einen Marathon mit solch einem hohen Anteil Natur gesehen. Echt ein Traum, der aber auch eine Menge abverlangt."

Neue Abenteuer 2011: Mad East Challenge 500 = 180km mit 500hm MTB - 3 Tage – 3 Etappen:

Heute war Tag 1 mit einem Prolog in Geising nahe Altenberg. In drei Startgruppen (Masters 1, Masters 2 + Herren, Damen + Hobbyklasse + Nachmelder) wurden wir losgeschickt. Ich durfte natürlich bei den Herren in Startblock 2 mitspielen.

Der Start gelang gut und wir setzten uns im Ort sofort mit ca. 10 Leuten vom Feld ab. Kritisch war die Fahrt bis zur ersten Kurve, doch alles ging gut. Danach war es egal, denn es folgten 4,2km Anstieg mit 240hm auf Wiese, Schotter und Asphalt. Puls tendenziell 180. Leider setzte bei uns Regen ein, der die 2,6km lange rasante Abfahrt tückisch machte. Ich fuhr sicher hinunter und beendete den Auftakt mit einem guten 8. Platz.

Morgen geht es „hart an die Grenze“ und zwar rüber nach Tschechien. Es stehen 103km mit 2500hm an. Nachdem was man heute so sah, wird es ein ruppiger Tag.

Samstag = Tag 2: Bei Sonnenschein stand die längste Etappe mit 103km und 2500hm auf dem Rennprogramm.

Wir sortierten uns vom Team mit Erik, Matthias und Heiko in der Startbox ein. Die ersten Wege waren leider derart eng, dass kein richtiges Vorankommen möglich war. Erik und ich rannten im Laufschritt parallel eine Wiese hinauf. Oben waren die Beine dick, aber Plätze gut gemacht. Erik kam gut zurück in den Tritt, während ich hinterher hechelte.

Nach einigen Kilometer war ich aber in der selben Gruppe, konnte den Puls mal endlich unter 180 lassen und wir rollten zügig durch den Wald. Nach etwa 15km ein riesen Scheppern im Hinterrad: ein Speiche war gerissen. Ich verknotete Sie irgendwie und nahm mit Matthias, welcher von hinten kam, wieder Fahrt auf. Wir lagen auf den Plätzen 50 und 51 erfuhren wir kurz darauf. Etwa 20km später konnte ich alleine wieder zu Erik aufschließen. Dabei hatte ich 25Plätze gut gemacht J Wir fuhren etwa bis 60km gemeinsam. Dann zog ich im Wiegetritt davon, Erik schloss in einem Steilstück ohne seinen direkten Konkurrenten auf, verlängerte und ich schaute nur staunend hinterher. Ich sortierte mich mit einem weiteren Masterfahrer später zusammen und das Leiden der letzten 40km begann.

Mir ging es wirklich schlecht, die guten Sprüche blieben aus, der Blick war sturr nach vorn gerichtet, der Tritt wurde schwerer. Die zahlreichen schmierigen und tiefen Passagen zogen mir nach und nach den Saft aus den Beinen, hinzukam das eiernde Hinterrad, von dem ich nicht wusste, ob es ganz explodiert.

In solchen Situationen ist dann Köpfen gefragt und ich sagte mir bestimmt zig ma: „When the going gets tough, the tough get going“ ;-) …irgendwie schafften wir es das Tempo zu Zweit bis zum Ende gleich zu halten. Nach 4.55h kam ich völlig platt als Gesamt 25. und 10. In der Herrenkonkurrenz ins Ziel in Geising. Dies war eigentlich geil J In der Gesamtwertung aller Altersklassen liege ich auf Rang 22.

Ich muss gestehen, ich habe noch nie einen Marathon mit solch einem hohen Anteil „Natur“ gesehen. Echt ein Traum, der aber auch eine Menge abverlangt. Gegen Abend fuhr ich mir noch etwas die Beine locker und machte mich über die Nudeln her.

Morgen geht’s mit neuem Material auf die Schlussetappe in Altenberg. 75km und 1980hm

Tag 3 und unser Herbergsvater begrüßte uns morgens mit „Der Regen gehört zu Altenberg“. Gut dachten wir, und erheiterten uns zumindest gegenseitig mit wertvollen Sprüchen am  Frühstückstisch.

Da ich 2010 viel gelernt hatte, rollte ich in Regenjacke zum Start, welche ich auch im Rennen vorerst nicht auszog. So blieb ich immer schön warm und konnte wertvolle Energie sparen. Bei nächtlichem Regen war etwas Ernüchterung war ins Team eingekehrt, denn außer Heizkiste Sebastian war keiner mehr am Start. Aus Gründen der Gesundheit blieben die anderen Bikes heute stehen.

Der Start gelang mir heute gut und ich konnte mich in einer schnellen Gruppe einreihen. Die ersten 15km gingen überwiegend bergab und wieder einmal stellte ich fest, dass der 29er wirklich super durch den Wald pflügt. Die ersten Anstiege folgten alsbald, die ich mir einem Bad Salzdetfurth-Express nahm.

Nach etwa der Rennhälfte passierten wir wieder Altenberg und ehe der zweite Teil mit den überwiegenden Höhenmetern folgte. Der zweite Anstieg war nach etwa 50km überfahren, dann folgte ein welliger Teil von 5km, auf dem ich mich von der Gruppe absetzen konnte.

Nach 60km folgte die Schlüsselstelle der Etappe. Ein 4km langer Anstieg mit etwa 400hm. Mittlerweile hatte ich die Jacke weggesteckt, da es trockener wurde. Im Anstieg fuhr ich gut gelaunt an Sebastian heran, den ich mit einem lautstarken „Mahlzeit“ aufweckte J Als oben ein Laufstück den Abschluss bildete, entdeckte vor mir drei weitere Fahrer. Ich nahm alle Kraft zusammen und donnerte hin. Nun waren es noch 10km bis zum Ziel. 5km davon gingen leicht bergauf, immer ruppig und schlecht zu fahren.

Mein Kumpel Olaf zollte mir Respekt, wie ich ihn überholte. Zusammen drehten wir den Wald auf links, bis er hinter mir kurz in eine Pfütze abtauchte. Als er sich wieder geordnet hatte und zurück war, fuhren wir den Rest gemeinsam gesittet mir 180er Puls zum Ziel.

Hier stand ein toller 8. Platz bei den Herren auf dem Plan. In der Endabrechnung aller Etappen belege ich damit einen schönen 15. Platz mit 44min Rückstand auf den Gesamtsieger Stefan Danowski.

Ich muss gestehen, ich bin super glücklich. Manchmal liegen Freud und Leid keine 24Std. auseinander. Morgen genieße ich den Urlaubstag bei Sonnenschein! J